(c) twitter.jpg
(c) twitter

„Hate followen“ ist ein Insta-Phänomen, von dem sich jeder einzelne User angesprochen fühlen kann.

Definition:

Wenn du jemandem auf Social Media folgst, egal wie sehr du diese Person verachtest und alles hasst, was sie tut (Urban Dictionary).

Ich gebe es zu: ich habe mehr als einen Menschen unter meinen Snapchat-, Facebook- oder Instagram-„Freunden“, dem ich nur folge, um mich aufzuregen oder die Posts per Screenshot oder Link an meine Freunde zu schicken. Und wir üben nicht unbedingt nur konstruktive Kritik aus. Wir tratschen, schicken uns #OMGs, „rolleyes Emotions“ und lachen uns schlapp. Und ich weiß, dass du dich gerade ertappt fühlst und vielleicht tust du es mit einem Schulterzucken ab. Aber ich stell mir die Frage, warum uns „hate followen“ so viel Spaß macht.

(c) Amazon.jpg
(c) Amazon

Warum „hate followen“ wir?

Manche Leute würden wir nicht einmal im Fahrstuhl grüßen und auf einer Homeparty würden wir uns eher von ihnen weg setzen, als uns ein laues Lächeln für sie abzuringen. Also warum dann auf Social Media folgen und sogar Bilder liken?

Ganz einfach: so blöd es auch klingt, weil wir uns durch sie besser fühlen!
Wenn wir unseren Freunden die Screenshots schicken und über die eine klitzekleine Speckfalte oder die neuen „hässlichen“ Schuhe lustig machen, checken wir ab, ob unsere BFF’s der gleichen Meinung sind und holen uns so Bestätigung.

Wir haben gerade keinen Typen: „Guck mal, wie hässlich ihr Neuer ist.“

Wir sind mal wieder urlaubsreif: „Na ihr Hotelzimmer sieht ja nicht so fancy aus.“

Wir fühlen uns aufgebläht und unsere Highwaist Jeans drückt: „Ja, ich finde auch, dass ihr das Kleid überhaupt nicht steht.“

(c) knowyourmeme.jpg
(c) knowyourmeme

Wir Mädels können schon kleine gehässige Miststücke sein! Geben wir doch einfach zu, dass wir das Leben der anderen doch ein bisschen zu interessant finden, um ihnen zu entfolgen. Ganz tief in uns kleinen Mädchen, wollen WIR nämlich die Prinzessin in dem tollen Kleid und so toll in Form sein. Wir bekommen nur unseren Hintern nicht zum Sport und geben unser Geld für unnötigen Tinnef aus. Sonst könnten wir uns auch das Teil aus der neuen H&M x Moschino Kollektion leisten und wir würden uns sogar darin wohl fühlen.

Im ersten Moment klingt „hate followen“ sicherlich total spaßig, aber auf Dauer beginnen wir uns mehr und mehr in die Welt der anderen zu steigern und uns vielleicht sogar mit unserem „Objekt der Missgunst“ zu vergleichen. Verwenden wir doch lieber mehr Zeit darauf, unser eigenes Leben spannend zu gestalten und den Menschen zu folgen, die uns auf positive Art zum Lachen bringen und die Macht haben uns zu inspirieren. Ich selbst werde es ebenfalls ausprobieren. Drück' mir die Daumen!

Aus dem Feed – Aus dem Sinn!

XOXO Jessy